Making The Game – Teil 16: Vorstellung der Mini-Spiele

Mini-Spiele innerhalb der Anwendung stellen eine Abwechslung zu den Fragerunden dar. Sie sollen die Spieler primär unterhalten und stellen nicht unbedingt den Anspruch, Lehrinhalte abzufragen.
Durch die verschiedenen Systeme, auf denen die Anwendung lauffähig sein wird, muss jedes Mini-Spiel selbst festlegen, welche Anforderungen es hat, um spielbar zu sein. Bei der Auswahl der Mini-Spiele müssen diese Voraussetzungen berücksichtigt werden.
Bevor die einzelnen Mini-Spiele entwickelt werden, wurden diese in der Storyboard-Phase im Groben konzipiert.

Skizzen von möglichen Mini-Spielen

Skizzen von möglichen Mini-Spielen


 
Catch All und Catch Selected
Die Spiele „Catch All“ und „Catch Selected“ sind zwei Minispiele, die nicht mit Touch-Eingaben arbeiten, sondern über die Bewegungserkennung mittels Webcam gesteuert werden.
Beide Spiele lehnen sich an die Konzepte der „Bewegten Schule“ bzw. des „Bewegten Lernens“ an. Diese besagen, dass das Lernen mit Bewegung die Informationsverarbeitung verbessern kann. Darüber hinaus stellt die Bewegung eine Abwechslung zur sonst sitzenden Beschäftigung des Spielens dar, wodurch der innere Bewegungsdrang vieler Kinder ausgeglichen wird.
 
Beide Webcam-Spiele stellen dem Spieler die Aufgabe, herunterfallende Objekte zu fangen. Während bei „Catch Selected“ nur die richtigen Antworten zu einer gestellten Frage gefangen werden sollen, müssen bei „Catch All“ alle Objekte aufgefangen werden.
Catch All in einer abgewandelten Version auf der CeBIT 2012

Catch All in einer abgewandelten Version auf der CeBIT 2012


 
Da der Spieler vor der Kamera Platz zum Bewegen benötigt, ist die maximale Spielerzahl bei diesen zwei Spielen auf einen begrenzt. Aber auch im Hinblick auf den Einsatz in der Schule ist diese Spielerbegrenzung sinnvoll. Bei einer höheren Spieleranzahl, was beim schulischen Einsatz der Fall ist, könnte es dazu kommen, dass sich die Spieler in der auftretenden Wettkampfsituation gegeneinander anrempeln oder schupsen, um einen unfairen Vorteil zu haben. Dies wird durch die Begrenzung verhindert.
 
(Anmerkung: Das Spiel ist in abgewandelter form unter zu finden)
 
Quick Select
„Quick Select“ ist ein Reaktionsspiel. Ähnlich wie bei „Catch Selected“ werden den Spielern Fragen gestellt oder Sätze vorgegeben, die vervollständigt werden müssen. Entsprechende Lösungsvorschläge werden nach und nach angezeigt, sodass immer nur eine Antwort zu sehen ist. Glaubt der Spieler, die richtige Antwort auf die Frage zu sehen, muss dieser auf seinen „Buzzer“ oder seine Spielertaste auf der Tastatur drücken. Ist die Frage richtig beantwortet, werden ihm die Punkte gut geschrieben und die nächste Frage wird gestellt. Bei einer falschen Antwort geht das Spiel weiter.
 
Dabei ist „Quick Select“ das einzige Spiel, bei dem ein Spieler mehrfach auf eine Frage antworten kann. Durch diese zweite Chance kann er eine vorher falsche Antwort punktetechnisch wieder ausgleichen.
 
Da das Spiel mit Tastatur und über Touch-Eingaben gesteuert werden kann, existieren keine Beschränkungen hinsichtlich der Spieleranzahl oder der vorhandenen Hardware, womit es an jedem Endgerät spielbar ist.
 
Defend Your Base
Defend Your Base in einer frühen Version

Defend Your Base in einer frühen Version


Das Mini-Spiel „Defend Your Base“ stammt aus dem Genre der „Tower Defense Spiele“ (kurz TD). Aufgabe in dieser Art Spiele ist es, die eigene Basis, in diesem Fall den „Buzzer“ des Spielers, vor mehreren anstürmenden Gegnern zu verteidigen. In herkömmlichen TD-Spielen ist es die Aufgabe des Spielers, durch das Bauen von Verteidigungsanlagen (meistens Geschütztürme, daher der Begriff „Tower Defense“) die eigene Basis zu verteidigen.
 
In der hier implementierten Variante muss der Spieler die Angreifer, dargestellt durch rote Kreise, mit den Fingern „zerdrücken“. Durch dieses Mini-Spiel wird kein Wissen abgefragt, dafür jedoch die Hand-Auge-Koordination trainiert.
 
Indem der Spieler gleichzeitig an unterschiedlichen Stellen des Bildschirms mit der Spielwelt interagieren muss, werden die Multi-Touch-Fähigkeiten in diesem Mini-Spiel komplett ausgereizt.
Da die Steuerung per Maus nur die Interaktion mit einem Punkt auf dem Bildschirm ermöglicht, ist das Spiel bei dieser Art der Steuerung für einen Spieler bereits komplizierter als bei der Verwendung von Touch-Eingaben. Darüber hinaus limitiert die Verwendung der Maus die Spieleranzahl auf eine Person, während an Multi-Touch-Geräten eine höhere Spieleranzahl möglich ist.

 
 
 

Kommende Blogeinträge
Making The Game – Teil 17: Evaluation und Einsatz der Anwendung
Making The Game – Teil 18: Konzept zum schulischen Einsatz und Ausblick